Abfall – Vom Umweltproblem zur wertvollen Ressource

by | Aug 1, 2019

Je reicher eine Gesellschaft wird, desto mehr konsumiert sie. Produkte wie Kleidung und Smartphones werden indes immer kurzlebiger. Die Konsequenz: Die Welt produziert immer mehr Abfall und gefährdet so die Gesundheit von Menschen und ihre Umwelt. Die Lösung dieser Probleme bietet Chancen für Anleger.

 

Müllaufkommen

Wohlhabende Länder produzieren mehr Abfall, denn wo mehr konsumiert wird, fällt auch mehr Verpackungsmüll an. Wenn die Einkommen chinesischer Konsumenten in den nächsten Jahren weiter steigen, wird das Müllaufkommen eines riesigen Landes merklich wachsen.

 

Entsorgung

In ärmeren Ländern fehlt oft die nötige Infrastruktur, um Müll sachgemäß zu entsorgen. Recycling-Systeme gibt es dort oft gar nicht. Doch selbst in reicheren Ländern gibt es noch Verbesserungsspielraum.
Eine lückenhafte oder technologisch veraltete Müllentsorgung hat Konsequenzen für die Umwelt: 2016 waren rund fünf Prozent der globalen CO2-Emissionen auf die Abfallentsorgung zurückzuführen. Besonders schlecht für die Umwelt sind die wilde Entsorgung und Deponien, in denen austretende Deponiegase nicht aufgefangen werden. Ohne eine innovative Abfallwirtschaft werden diese Emissionen weiter wachsen.

Plastik

Aufkommen
Ab 2021 sollen in der EU Plastikgegenstände wie Strohhalme, Luftballonstäbe und Einmalgeschirr verboten sein. Auch andere Staaten und Regionen gehen gegen die Plastikflut vor: Die kalifornische Stadt San Francisco etwa verbietet seit einigen Jahren Plastiktüten in Supermärkten. Doch trotz neuer Gesetze, die die Produktion einschränken sollen, dürfte das Plastikaufkommen in den nächsten Jahrzehnten dramatisch wachsen.

Wegwerfkultur
Kurzlebige Produkte wie Verpackungen und Konsumgüter machen den Löwenanteil an der Plastikproduktion aus. Ein achtsamerer Einsatz von Plastik und ausgereifte Recycling-Technologien können die Konsequenzen für die Umwelt lindern und endliche Ressourcen schützen.

Elektroschrott

Kaum eine Abfallquelle wächst so schnell wie Elektroschrott. Das ist kein Wunder, denn in immer kürzeren Abständen lassen sich Verbraucher von neuen Smartphone-, TV- und anderen Gerätemodellen zum Austausch ihrer Gadgets verlocken. Schon jetzt entspricht das jährliche Elektroschrottaufkommen dem Gewicht von 4.500 Eiffel-Türmen.
Entsorgte Geräte enthalten eine Vielzahl von wertvollen Metallen, seltenen Erden und anderen Rohstoffen. Der Wert der Rohstoffe in unserem Elektroschrott wird bereits auf einen Milliardenbetrag geschätzt. Die Abfallwirtschaft sieht daher eine Chance darin, diese Rohstoffe auf effiziente Weise zurückzugewinnen. 

Das Potenzial

Während das Abfallaufkommen wächst, wird ein großer Teil unseres Mülls weiterhin nicht sachgemäß entsorgt oder recycelt. So werden derzeit nur 20 Prozent des weltweiten Elektroschrotts recycelt. Und selbst in der EU schließt sich nur bei 30 Prozent des Plastikmülls der Wertstoffkreislauf. Die übrigen 70 Prozent werden verbrannt oder landen auf der Deponie.
Weltweit besteht Bedarf an modernen Lösungen zur Abfallverarbeitung. In Entwicklungs- und Schwellenländern ist das Potenzial für die Branche jedoch besonders groß, da das Wachstum von Bevölkerungen und Wohlstand das Abfallproblem verschärft. So werden in Südasien und Subsahara-Afrika weniger als die Hälfte des Abfalls überhaupt von einer Müllabfuhr abgeholt.