Haben Sie „reduzieren“ gesagt?

by | Mrz 12, 2020

 

Der Klimawandel ist längst eine Realität – der Countdown läuft. Die Frage ist nicht mehr, ob wir reagieren sollten, sondern wie. Diese Frage muss sich jeder für seinen Bereich stellen – Privatpersonen, Unternehmen, Staaten –, doch die Antwort ist nicht einfach. Da mehrere Aktionsmöglichkeiten angeboten werden: Wie können Anleger ihren Impact maximieren?

TECHNOLOGISCHE INNOVATIONEN IM DIENSTE VON IMPACT?

Der erste Lösungsansatz ist heute die technologische Innovation. Der Fortschritt ermöglicht Lösungen für zahlreiche Umweltprobleme, da er uns Alternativen zu unserem Lebensstil zur Verfügung stellt. So können wir unsere Autos mit Verbrennungsmotoren durch Elektroautos ersetzen und unsere Kohlekraftwerke durch Windparks oder Photovoltaikanlagen. Recht komfortable Alternativen, die keine grundlegende Umstellung unserer Gewohnheiten und unseres Konsumverhaltens voraussetzen. Indes stehen sie aufgrund der mangelnden Distanz und Objektivität in Bezug auf ihre tatsächlichen Auswirkungen immer wieder in der Kritik. Kontrovers diskutiert werden vor allem die verdeckten Kosten für die Umwelt und ihre Rebound-Effekte1. Der Studie eines US-amerikanischen Think Tanks zufolge bewirkt der Rebound-Effekt auf gesamtgesellschaftlicher Ebene, „dass immer dann, wenn in puncto Energieeffizienz zwei Schritte nach vorne gemacht werden, es wieder einen Schritt oder mehr zurückgeht, so dass unter Umständen sämtliche anfänglichen Einsparungen wieder zunichte gemacht werden2“. Wenn sich neue Technologien als tragfähige Alternativen für den Umweltschutz durchsetzen wollen, müssen sie sämtliche Auswirkungen hinterfragen.

Die CO2-Kompensation als Option

Auch wenn sich dies als ökologisch kontraproduktiv erweisen könnte, entscheiden sich immer mehr Akteure für die Kompensation ihrer CO2-Emissionen. Eine der gängigsten Lösungen ist die Aufforstung. Da bekannt ist, dass die natürlichen CO2-Binder – Ozeane, Pflanzen, Böden – durchschnittlich die Hälfte der jährlichen CO2-Emissionen absorbieren, scheint diese Lösung sinnvoll.3 Es reicht nicht, dass einige Ölkonzerne und Fluggesellschaften ankündigen, Bäume pflanzen zu wollen, um kohlenstoffneutral zu werden, denn dies ist wahrlich kein Freibrief für umweltschädliche Aktivitäten. Eine Kompensation muss grundsätzlich mit einer erheblichen Reduzierung der Umweltbelastung einhergehen. Zudem ist Aufforstung zwar eine effiziente Möglichkeit zur Bindung von CO2, nur müssen bestimmte Bedingungen vorhanden sein, was selten der Fall ist. Der Wald muss verantwortungsbewusst bewirtschaftet werden, um die Biodiversität zu erhalten oder wiederherzustellen. Und sobald der Wald ausgereift ist, muss das geschlagene Holz für die Herstellung von dauerhaften Produkten verwendet werden, statt zu verrotten, weil es sonst das während seiner Lebensdauergebundene CO2 wieder in die Atmosphäre abgibt.

DIE BESTE ALLER LÖSUNGEN: DIE REDUZIERUNG DER UMWELTBELASTUNG

Angesichts dieser durchwachsenen Schlussfolgerungen gibt es bei einer Lösung offenbar einen Konsens – bei der Reduzierung der Umweltbelastung. Sie bildet das Kernelement im Szenario des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) zur Erreichung des Zwei-Grad-Ziels zur Begrenzung der Erderwärmung. Die gute Nachricht ist, dass das Impact-Potenzial gewaltig ist und dass jeder einzelne von uns einen Beitrag leisten kann. Privatpersonen, die ihre Abfallmenge reduzieren wollen, kaufen immer mehr verpackungsfreie, lose Produkte – dieser Markt hat 2019 in Frankreich einen Zuwachs um 41% verzeichnet und wird bis 2022 auf 3,2 Milliarden Euro steigen!4 Und auch die Unternehmen sind nicht untätig. Ob durch die Optimierung ihrer Herstellungsverfahren oder durch ihr Produkt- und Dienstleistungsangebot – den Unternehmen kommt eine Schlüsselrolle zu. Das Textil- und Hygienedienstleistungsunternehmen ELIS hat dies erkannt und die Reduzierung ihrer Umweltbelastung schon vor einigen Jahren zur Chefsache erklärt. Dank der geleisteten Anstrengungen ermöglicht das Unternehmen Kunden, die sich für die Großwäscherei statt für individuelles Waschen entscheiden, eine Reduzierung ihrer Umweltbelastung um das bis zu 10-Fache. Die Unternehmen, die La Financière de l’Echiquier bevorzugt, sind Akteure, die verstanden haben, dass Innovation, Kompensation und vor allem die Reduzierung ihrer Umweltbelastung Lösungen sind, die ihnen eine deutliche Verbesserung ihres ökologischen Fußabdrucks ermöglichen.

1 Rebound-Effekt: Die Steigerung der technologischen Effizienz von Produkten bewirkt eine Zunahme ihres Konsums.
2 Studie des Think Tank Breakthrough Institute
3 Audrey GARRIC, Le Monde, 2019