COVID 19 – Das “S” in ESG als Differenzierungsmerkmal von Unternehmen

COVID 19 – Das “S” in ESG als Differenzierungsmerkmal von Unternehmen

Von Ophélie Mortier, Head of Responsible Investments bei DPAM


COVID 19 – Soziale Aspekte wieder in den Vordergrund rücken

Innerhalb der Nachhaltigkeitskriterien ESG unterstreicht die Covid-19-Pandemie die Relevanz von „S“ und rückt damit soziale Fragen in den Vordergrund.

Ophélie Mortier, Head of Responsible Investments bei DPAM, verweist darauf, dass das Virus mit Blick auf die Situation einzelner Sektoren zahlreiche Ungleichheiten, aber auch die Verwundbarkeit von Versorgungsketten offengelegt hat, die durch den Globalisierungswettlauf und insbesondere durch Standortverlegungen entstanden sind. Überhaupt haben die Coronakrise und die mit ihr verbundenen Ausgangsbeschränkungen für fast ein Drittel der Weltbevölkerung die Art und Weise, wie wir arbeiten, leben und konsumieren, ernsthaft in Frage gestellt.

Für Unternehmen bietet sich in der Krise und danach ein starker Differenzierungsfaktor in der Art und Weise, wie diese mit ihren Mitarbeitern umgehen. Denn die Unterstützung eines Unternehmens durch die Mitarbeiter wird mittelfristig zu einem wichtigen Kriterium – mit gravierenden Auswirkungen auf die Unternehmenskultur. Sowohl die Unterstützung als auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter spielen eine immer wichtigere Rolle für die wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit von Unternehmen.

Mit proaktiven Maßnahmen zur Unterstützung der Mitarbeiter und einem flexiblen Profil können Unternehmen nicht nur mit den Einschränkungen im Rahmen der aktuellen Situation fertig werden, sondern auch ihre Attraktivität steigern. Die heute getroffenen Maßnahmen werden sich langfristig positiv auswirken. Denn Zufriedenheit und Loyalität der Mitarbeiter beeinflussen die Produktivität, die Börsenperformance und auch die Unternehmensrendite.

In der aktuellen Krise mit ihren teils drastischen, vom Staat verordneten Eindämmungsmaßnahmen haben Unternehmen mehr denn je eine soziale und gesellschaftliche Verantwortung gegenüber ihren Bezugsgruppen. Dies ist sowohl eine Chance für diejenigen Unternehmen, die bereit sind, sich der Situation frontal zu stellen, als auch eine Bedrohung für all jene, die vor der Herausforderung kneifen.

Der durch COVID-19 verursachte Umbruch hat die Bedeutung der sozialen Säule wieder in den Vordergrund gerückt. Der verantwortungsvolle Umgang mit Humankapital bleibt ein wesentliches Element der ESG-Analyse eines jeden Unternehmens. Die von Unternehmen ergriffenen Covid-19-Maßnahmen sind kurzfristige Entscheidungen, die sich langfristig auswirken können. Arbeitnehmer und Verbraucher werden gleichermaßen darauf achten, wie die Unternehmen auf die derzeitige Unterbrechung ihrer Aktivitäten und den daraus resultierenden wirtschaftlichen Abschwung reagieren. Dies können mittel- und langfristig wichtige differenzierende Faktoren sein und sich erheblich auf die Zufriedenheit und Loyalität der Mitarbeiter und Verbraucher auswirken. Investoren werden diese verschiedenen Kriterien berücksichtigen müssen, um in Zukunft erfolgreich in nachhaltige Unternehmen investieren zu können.

Den ausführlichen Kommentar von Ophélie Mortier finden Sie anbei.

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„Chapeau!“

„Chapeau!“

Hut ab! Deutsche Privatanleger haben aus der Vergangenheit gelernt und zeigen sich in der aktuellen Börsenkrise besonnener als in früheren. Das geht aus einer Umfrage unseres Hauses hervor, an der gerade mehr als 1.000 Finanzdienstleister teilnahmen. U.a. fragten wir: „Haben Sie den Eindruck, dass Ihre Kunden aus den vergangenen Krisen gelernt haben und jetzt professioneller agieren?“ 78% stimmten der Aussage zu.

Eine gute Nachricht in Zeiten, in denen diese rar sind. Die Anleger haben bis jetzt allem Anschein nach mehrheitlich auf Panikverkäufe ihrer Wertpapiere verzichtet, ihre Sparpläne, so lange es die Liquidität zuließ, durchgehalten und wo möglich zugekauft, um Einstiegspreise zu verbilligen. Ja es scheint sogar zu sein, als wenn mancher die Quarantäne dazu genutzt hätte, endlich einmal seine privaten Finanzen zu ordnen. Wie wollte man sich sonst erklären, dass einzelne Onlineplattformen überdurchschnittlich viele neue Depoteröffnungen melden.

Bleibt die Frage, welchen Umständen wir diese Entwicklung neben der unermüdlichen Aufklärungsarbeit der Finanzberater und Medien verdanken. Sicherlich einem Mangel an attraktiven Anlagealternativen. Komfortable Rückzugsräume in Form attraktiver risikoarmer oder risikoloser Renditen gehören der Vergangenheit an. Darüber hinaus beließ der schnelle und heftige Corona-Kursrutsch wenig Reaktionszeit. Viele wollten mit Blick auf den entstandenen Schaden und den inneren Wert der Papiere nicht mehr verkaufen. Aber auch der Erfahrungsschatz dürfte eine Rolle spielen. Die Anleger haben aus vergangenen Krisen gelernt, wissen inzwischen um die Schwierigkeiten des Market-Timings und unterstellen Kurserholungen, die sie dank ausreichender Anlagehorizonte geduldig erwarten können.

Nachhaltigkeit? Jetzt gerade!

Nachhaltigkeit? Jetzt gerade!

„Wann haben Sie eigentlich das letzte Mal etwas von Greta Thunberg gehört? Oder auch: „Der Corona- Virus hat für die (Um-)Welt in zwei Monaten mehr getan als staatliche Regulierung in fünf Jahren. Haben Sie Sätze dieser Art in den letzten Wochen auch schon mal gehört?

Vielleicht sind physische Versammlungen Marke „Fridays for Future“ derzeit aus der Mode, in jedem Fall aber untersagt. Viele Kinder würden jetzt freitags gerne zur Schule gehen und dürfen es nicht. Und ja, in den Kanälen Venedigs kann man vielerorts wieder den Grund sehen. Und auch die Luftaufnahmen chinesischer Metropolen zeugen von geringerer Smogbelastung. Schon hat der eine oder andere spirituell veranlagte Mensch die „unsichtbare Hand“ der Natur im Verdacht, ihr im Gewand des Virus im wahrsten Sinne des Wortes Luft zu verschaffen und der an ihr klebenden menschlichen Klette einen Denkzettel zu verpassen.

Die spannende Frage lautet aber doch eigentlich: „Wie wird sich die Situation verändern, wenn wir den sprichwörtlichen Riemen wieder auf die Orgel schmeißen und anfahren?“ Müssen die Schornsteine dann um jeden Preis rauchen? Kommt dann im Sinne der Bedürfnispyramide nach Maslow und der Dreigroschenoper nach Brecht wieder erst das Fressen und dann die Moral?

Wir wollen es nicht hoffen! Es wäre zu schade! Und eine ganze Menge Gründe sprechen dagegen. So steht beispielsweise nicht zu erwarten, dass die eingeleiteten Regulierungsmaßnahmen revidiert werden. Ganz im Gegenteil. Dringend benötigte staatliche Unterstützungen, Prämien und Kredite, können jetzt neben ökonomischen, auch an nachhaltige Bedingungen geknüpft werden. Nachhaltige Kapitalanlagen und Investitionen, können gefördert werden. Zudem haben die jüngsten Einschränkungen der Bewegungsfreiheit die Menschen unfreiwillig digitalisiert und ihre Wertvorstellungen vielfach neu justiert und priorisiert, was längerfristig positive Verhaltensänderungen mit Blick auf das gesellschaftliche Zusammenleben, die Mobilität und den Verbrauch von Ressourcen bewirken könnte.

Wir dürfen die Chance nicht ungenutzt lassen, gerade jetzt, eine nachhaltigere Normalität zu schaffen, zu der wir wieder zurückkehren wollen.

Saudi-Arabien vs. Russland: radikaler Neubeginn für die Ölmärkte?

Saudi-Arabien vs. Russland: radikaler Neubeginn für die Ölmärkte?

Der Ölpreis hatte zuletzt deutlich nachgegeben: Brent-Öl, der wichtigste Referenzpreis am Markt, ist erstmals seit 2016 unter 30 Dollar pro Fass gefallen. Grund dafür ist die sinkende Nachfrage angesichts der Corona-Pandemie. Dazu kommt der Streit zwischen den Produktionsländern Saudi-Arabien und Russland über eine Drosselung der Förderung zur Preisstabilisierung: Saudi-Arabien hatte eine Steigerung seiner Ölproduktion angekündigt und startete so einen Preiskampf mit Russland.

„So weit, so einfach: Der saudische Schachzug war ein Machtspiel, der darauf abzielt, die Vormachtstellung des Königreichs gegenüber den anderen Anwärtern auf den Titel als größten Ölproduzenten der Welt zu behaupten“, erklärt Mark Lewis, der Leiter für Nachhaltigkeitsforschung bei BNP Paribas Asset Management. Und fragt weiter: „Aber was ist, wenn an der Sache mehr dran ist? Was, wenn dies ein radikaler Neubeginn in der Geschichte der Ölmärkte ist?”

Mehr zum Thema lesen Sie im folgenden Kommentar von Mark Lewis:

Mark Lewis zu den aktuellen Entwicklungen an den Ölmärkten


Ändert Saudi-Arabien jetzt, in Zeiten der Dekarbonisierung, seine Strategie?

Wer auf den billigsten und reichlich sprudelnden Ölvorräten der Welt sitzt, hat doch ein Interesse daran, in den nächsten Jahrzehnten so viel wie möglich davon zu verkaufen, während das globale Energiesystem von Kohlenwasserstoffen Abstand nimmt, oder?

Es könnte daher auch eine radikale Neubewertung hinter dem dramatischen Schritt Saudi-Arabiens stehen. Wenn nämlich Saudi-Arabien Ländern wie China und Indien langfristige Kaufverträge für große Mengen Öl zu einem Festpreis von – sagen wir mal – 40 bis 50 Dollar pro Barrel anbietet, wäre dies eine Win-Win-Strategie, sowohl für das Königreich als auch für die größten Importländer. Saudi-Arabien bekäme langfristige Planbarkeit und einen Preis, der immer noch enorme Gewinne abwirft. Und China und Indien würden langfristige Versorgungssicherheit zu erschwinglichen, stabilen Preisen erhalten.

Geht man von erforderlichen Investitionen von geschätzt 25 bis 30 Milliarden Dollar pro einer Million Barrel pro Tag zusätzlicher Kapazität aus, würde es Saudi-Arabien im nächsten Jahrzehnt etwa 200 Milliarden Dollar kosten, 7,5 Millionen Barrel pro Tag zusätzlich zu fördern. Das erhöht sein Potenzial auf 20 Millionen Barrel pro Tag. (Das Königreich produziert derzeit etwa 10 Millionen Barrel pro Tag, hat aber noch etwa 2,5 Millionen freie Kapazitäten.)

200 Milliarden Dollar sind, selbst für Saudi-Arabien, eine Menge Geld. Aber: Unter der Annahme, dass die operativen Förderkosten 10 Dollar pro Barrel betragen und dass eine Hälfte der künftigen Produktion weiter zu Marktpreisen verkauft wird, während die andere Hälfte zu einem Festpreis von 45 Dollar pro Barrel an asiatische Importeure geht, beträgt der jährliche Betriebsgewinn allein aus diesen 10 Millionen Barrel pro Tag 130 Milliarden Dollar im Jahr – oder 2,6 Trilliarden Dollar über 20 Jahre.

Mit anderen Worten: Die Vorabinvestitionen dieser hypothetischen Zusatzproduktion wären in nur 18 Monaten gedeckt. Gleichzeitig ermöglicht dieses Szenario dem Königreich, die Preisflexibilität für die anderen 10 Millionen Barrel zu erhalten und so von eventuellen Preisspitzen zu profitieren.

Die Geschwindigkeit, mit der die Regeln des Energiemarktes derzeit umgeschrieben werden, bedeutet, dass der größte Ölproduzent der Welt jeden Anreiz hat, ein solches Szenario durchzuspielen. Die aktuelle Volatilität auf den Ölmärkten ändert nichts an dem grundlegenden Punkt: Von nun an wird Öl zunehmend mit den erneuerbaren Energien konkurrieren und von allen Ölproduzenten der Welt ist Saudi-Arabien bei weitem am besten positioniert, um auf diese Herausforderung zu reagieren.

Kurz gesagt, so dramatisch wie die Ereignisse der letzten Zeit auch waren, in dieser Ära der Umwälzungen in der Energieversorgung sind sie womöglich nur ein Vorgeschmack, verglichen mit dem, was mit dem Ende des Ölzeitalters in Sicht kommt.

Saudi-Arabien vs. Russland: radikaler Neubeginn für die Ölmärkte?

BNP Paribas Asset Management begrüßt EU-Taxonomie für nachhaltige Finanzen

Die technische Sachverständigengruppe für nachhaltige Finanzen der Europäischen Kommission (TEG) hat ihre Abschlussberichte mit Empfehlungen an die Europäische Kommission veröffentlicht und damit die Grundlage für ein EU-weit einheitliches Regelwerk zur Definition nachhaltiger Kapitalanlagen geschaffen. Die EU-Taxonomie ist ein Klassifizierungsinstrument, das wirtschaftliche Aktivitäten und Leistungskriterien festlegt, die mit dem langfristigen Ziel Europas im Einklang stehen, die CO2-Emissionen bis 2050 auf Netto-Null zu reduzieren und so dem Klimawandel aktiv entgegenzuwirken.

Der TEG-Bericht definiert Nachhaltigkeitskriterien für 70 Wirtschaftsaktivitäten in Sektoren, die insgesamt 93% der europäischen Emissionen erzeugen. Dies bedeutet, dass wirtschaftliche Aktivitäten wie Stromerzeugung, städtischer Verkehr, Ackerbau und Zementherstellung innerhalb von Finanzprodukten als ökologisch nachhaltig eingestuft werden können, sofern sie die festgelegten Taxonomie-Kriterien erfüllen. Die Europäische Kommission wird nun Rechtsinstrumente entwickeln, um die Kriterien rechtlich wirksam werden zu lassen.

Helena Viñes Fiestas, Global Head of Stewardship and Policy bei BNP Paribas Asset Management und Mitglied der technischen Sachverständigengruppe der Europäischen Kommission für nachhaltige Finanzen kommentiert: „Die Taxonomie stellt neue Spielregeln für die Branche auf. Sie gibt einen klaren Weg für den Übergang hin zu einem klimaverträglichen Wirtschaften in verschiedenen Sektoren vor. Damit unterstützt sie Unternehmen und Investoren bei der Planung ihrer Maßnahmen und der Berichterstattung über den konkreten Beitrag, den sie zu einer kohlenstoffarmen und nachhaltigeren Wirtschaft leisten. Für Vermögensverwalter wie BNP Paribas ist die Taxonomie deshalb ein wertvolles Instrument bei der Ausgestaltung unserer nachhaltigen Portfolios und der Zusammenarbeit mit den Unternehmen. Sie ermöglicht zudem eine konsistente Berichterstattung über den prozentualen Anteil jedes Fonds, der als nachhaltig klassifiziert ist. Das schafft Transparenz für Endanleger, die dann tatsächlich ‚Äpfel mit Äpfeln‘ vergleichen können.“

Bisher gab es keine einheitliche Definition, welchen Kriterien eine nachhaltige Anlage erfüllen muss. Nachhaltige Finanzierungen spielen jedoch eine entscheidende Rolle dabei, dringend benötigte Finanzmittel zu mobilisieren, um Europa bis 2050 klimaneutral zu machen. Klare Instrumente und Leitlinien geben Unternehmen und Investoren die notwendige Orientierung und das Vertrauen, um entschlossen zu handeln. Damit setzt die EU im globalen Kampf gegen den Klimawandel auch ein wichtiges Zeichen für andere Märkte. Denn letztendlich wird jeder Markt für sich selbst definieren müssen, welche ökologische Performance notwendig ist, um seine jeweiligen Klimaziele zu erreichen.